Nachtwanderung
mit Nadine Maxeiner
Gestern hatte ich diese Runde für den Sauerländischen Gebirgsverein als
"Nachtwanderung: Eine moderene >Schatzsuche<" angeboten und hatte dabei
einen überschaubaren Teilnehmerkreis. Werner aus Kaarst war der einzige
Wanderer, den ich mit diesem Event hinter dem heimischen Ofen
hervorlocken konnte.
Von unserem Treffpunkt am Gerresheimer Bahnhof machen wir uns zu Fuß auf
den Weg zu Station 1 und zählen die Muttis. Das war ja ein Kinderspiel.
Im Wald - einer meiner Lieblingswege hier in der Gegend - treffen wir
dann auf "die Zeichen". Die Koordinaten sind sich nicht ganz einig, aber
durch den Hinweis wird es eindeutig. Für Station 3 habe ich schon eine
konkrete Vorstellung, was uns hier erwarten wird. Als wir noch grübeln,
wie die Frage jedoch hier zu interpretieren ist, kommen wir zu dem
Ergebnis, dass es logisch gesehen nur eine Möglichkeit gibt. Wir lassen
uns also nicht von der Entfernung irritieren - warum auch? - und
marschieren los. Das einzige, was mich irritiert ist, wie wir hier
mitten im Wald auf eine Firma stoßen sollen. Vorab hatte ich schon mal
nach Kindel gegoogelt und war dann der Meinung gewesen, dass wir
vermutlich am Weidezaun eines Galloway-Züchters landen müssten. Weit
gefehlt. Zwar kommen wir in zivilisierte Bereiche, doch von Kindel keine
Spur. Habe ich die Frage vertauscht und es war hier die Hausnummer
gesucht? Nein. Nachdem wir beinahe Hausfriedensbruch begehen, ziehen wir
es doch vor, unsere Lösungen und Koordinaten noch einmal zu überprüfen.
Eigentlich überzeugt, hier richtig zu sein, schleichen wir noch einmal
in Nähe des Hauses durch den Wald. Nichts! Zurück zum Haus und wieder
mit der Stirnlampe den Briefkasten und sonstige Gegenstände absuchten
Negativ! Haben wir doch einen Fehler gemacht? Zum Glück habe ich mit
Marlies alias mallitou (übrigens auch vom SGV!) einen Telefonjoker. Die
gute Nachricht: Unsere Lösungen sind bisher richtig, unsere Koordinaten
ebenso. Die schlechte Nachricht: Am Haus ist es ganz kalt! Sie gibt uns
den entscheidenen Hinweis und ich bin froh, dass wir sie anrufen
durften. An dieser Stelle noch einmal besten Dank für diesen Service!
Sonst würden wir vielleicht heute noch ums Haus schleichen. Warum habe
ich nicht einfach auf die Koordinaten vertraut? Vermutlich, weil unsere
Erwartungshaltung nicht zuließ, abseits eines Hauses zu suchen. Die
letzte Station lässt uns zwar auch noch kurz rätseln - "Wo ist denn hier
noch ein Haus?", aber dann geht mir ein Licht auf und nach einer
Wedeleinlage, die mit Skiern sicherlich eleganter ausgesehen hätte,
haben wir die Koordinaten für die Endstation zusammen. Die letzten 200m
schlagen wir uns durch dichtes Geäst. Vorher haben wir uns noch das
Spoiler-Foto angesehen. Werner meint, der Hund sei jetzt aber bestimmt
nicht mehr dort. Am Ziel sehen wir sofort, wo wir suchen müssen und
während ich noch mit der Stirnlampe hantiere, hat Werner schon mit einem
Griff den Schatz gehoben. Wir tragen uns ins Logbuch ein und
begutachteten noch schnell den Inhalt. Brauchen wir noch eine "Biene
Maja-Sanduhr"? Eher nicht. Nachdem es den ganzen Abend trocken war,
setzt nun zum Abschluß der Regen ein, und so machen wir uns geschwind
zurück nach Gerresheim. Ob es ihm gefallen hat, frage ich Werner. "Ist
schon ganz witzig", meint er, "aber doch eher etwas für meine Enkel".