10 WanderfreundeInnen des SGV, Abteilung Düsseldorf und ein
Gast aus Ratingen wollten das mit Wanderführer Otto Bremm
überprüfen.
Am Freitag, den 14.10.2011 brach die Gruppe früh in
Düsseldorf auf und fuhr zunächst in Fahrgemeinschaften in
privaten PKW nach Emmelshausen.
Nachdem die Rucksäcke auf die Rücken geschnallt und die
Wanderschuhe angezogen waren, ging es dann auch schon los.
Auf der ersten Tour war das Ziel, St.Goar am Rhein,
17 km entfernt. Obwohl die Temperaturen noch recht frisch im
einstelligen Bereich lagen, war für den ganzen Tag Sonnenschein
angesagt.
Wir haben Emmelshausen in östlicher Richtung verlassen. Durch
Wälder, Wiesen und Felder verlief der Weg und war damit sehr
abwechslungsreich.
Nach etwa 10 km im Gründelbachtal angekommen folgten wir dem
Lauf des Baches und wurden ständig durch sein Plätschern und
Gurgeln begleitet.
Nachdem ca. 14 km frohen Mutes bewältigt waren, stand doch noch
eine Anstrengung bevor: auf einer Länge von etwa 470 m musste eine
Steigung von 84 Höhenmetern überwunden werden.
Doch diese Anstrengung hat sich gelohnt: nach kurzer Zeit war
die Burg Rheinfels (eine der größten Burganlagen am Rhein)
erreicht. Lohn der Mühe war ein sehr schöner Blick ins Rheintal
(links sah man auf der anderen Rheinseite die Burg Maus und wenn
man den Blick nach rechts schweifen ließ, war die Burg Katz zu
sehen.
Der Ferienbus brachte die Gruppe bis nach Emmelshausen zurück.
Nach dem Abendessen im Hotel blieb die Gruppe bei Wein, Bier und
Erdbeerlikör bis in die späten Abendstunden sitzen. Man hatte
sich viel vom Tag zu erzählen.
Samstag, der 15.10.2011, Tour 2, durch das Baybachtal
nach Burgen an der Mosel.
Am Vorabend hatte die Gruppe einmütig beschlossen, dass an
diesem Tag um 9:00 Uhr Abmarsch ist.
Vom Hotel mussten wir etwa 4 km bis zum Einstieg ins Baybachtal
laufen. Da aber der Weg bis dahin durch den Wald führte, war die
Anstrengung des vergangenen Tages schnell vergessen.
Die Aussicht auf einen weiteren sonnigen Tag hat wieder für
eine sehr gute Stimmung gesorgt.
Dann hatten wir den Baybach erreicht. Ab jetzt brauchten wir nur
der Wegbezeichnung „B" folgen.
Elstern machten mit ihrem lauten Gezeter auf und Eindringlinge
aufmerksam, dazwischen das Gezwitscher von anderen, kleineren
Vögel, der Wind säuselte in den Blättern der Bäume und der Bach
plätscherte. Ein weiterer Höhepunkt für die Seele war das Werk
von Maler Herbst, der schon begonnen hatte das Laub der Bäume zu
färben.
Im Verlaufe des Weges wurde der Baybach von mehreren Bächen
gespeist. So führt der Baybach auf dem Weg zur Mosel immer mehr
Wasser (zwischendurch floss das Wasser auch nicht sichtbar für
kurze Zeit unter der Erde, bis es dass bald wieder an die
Oberfläche kam).
Jeder musste beim Laufen die Konzentration hochhalten. Schmale
Pfade, glatte Schiefersteine, aus dem Boden ragende Wurzeln oder
ein Ast, der den Weg versperrte, morastiger Untergrund und
Felsbrocken, die überwunden werden mussten, waren zu überwinden
zum Zwischenziel, der Schmausemühle, heute ein beliebtes
Speiserestaurant in der Region.
Ohne jegliche Vorwarnung sind wir auf dem Wege in eine Treibjagd
geraten.Auch die beiden Schüsse, die in diesem Bereich fielen
haben nicht gerade zu geführt, dass wir uns auf diesem Abschnitt
sicher fühlen.
Noch bevor wir die Schmausemühle erreichen, musste die Gruppe
entlang einer mehrere Meter hohe Felswand auf einen schmalen Pfad
herab klettern. Einzeln haben sich alle Wanderer vorsichtig und an
einem angebrachten Sicherheitsseil festhaltend von Fels zu Fels
nach unten ins Tal begeben.
Bald war dann die Schmausemühle erreicht und die geplante Pause
wurde nun durchgeführt.
Auf Grund eines Unfalles, der sich im in der Nachbetrachtung als
glimplich erwieß, haben zwei Wanderinnen die Tour hier
abgebrochen.
Nachdem die Pause beendet war, machten sich die verbleibenden 10
WandererInnen auf den Weg . Noch etwa 15 km waren zu meistern. Um
17:25 Uhr fuhr der Freizeitbus nach Emmelshausen.
Die verbleibende Strecke hatte auch ihre Tücken und musste mit
Konzentration gelaufen werden. Aber mit gegenseitiger
Unterstützung war es dann doch irgendwann geschafft. Bald wurde
der Weg wieder einfacher und schon fast langweilig. Von den letzten
6 km waren auch teilweise Streckenabschnitte auf Asphalt zu
bewältigen. Obwohl die letzten 2 km wieder auf Wegen und Pfaden zu
absolvieren waren, gab es niemand in der Gruppe, der (die) froh
war, das Ziel erreicht zu haben.
Eine besondere Hochachtung galt unserer Inge, die mit ihren 84
Lebensjahren diese Tour mit Bravo und ohne Klagen gemeistert hat.
Ein Vorbild und ganz großer Sport!
So blieb dann doch noch etwas Zeit, in einem Biergarten etwas zu
trinken und den Blick auf die Mosel zu genießen.
Auf dem Weg zum Hotel konnten wir noch ein wunderbares
Schauspiel am blauen Abendhimmel erleben: Hunderte Kraniche zogen
in Keilform in mehreren Gruppen mit ihren typischen Gesängen nach
Süden. Da wusste ein jeder von uns: der Winter kommt bald.
Es folgte noch ein schöner Abend, insbesondere, da wir von
unserer verletzten Mitwanderin berichtet bekamen, dass ihre
Verletzung erfreulicherweise nicht so schlimm wie befürchte war.
Sonntag, der 16.10.2011. Der letzte Tag war angebrochen und
unser Ziel war das 17 km entfernte Boppard am Rhein.
Nachdem das Gepäck im PKW verstaut war brach die wieder
vollzählige Gruppe zur letzten Wanderung an diesem wunderschönen
Herbstwochenende auf.
Durch den Ort Emmelshausen führte uns der Weg ein Stück
entlang der Trasse der Hunsrückbahn, ehe der Weg zwischen Feldern
uns Wiesen wieder in den Wald führte.
Die Ortschaft Ehr wurde ebenso umwandert wir das Darf
Kratzenburg. Danach erreichten wir einen Weg mit der Bezeichnung
„E" für Ehrbachklamm, der vom Ort Buchholz nach Brodenbach
an der Mosel führt. Hätten wir noch einen Tag Zeit gehabt, wäre
die Gruppe diesen sehr schönen Weg auch noch gelaufen. So bleibt
die Hoffnung, auf ein weiteres Wanderwochenende in dieser schönen
Gegend.
Der Ort Buchholz wurde nur gesteift und in der Nähe des
Bahnhofes wurde dann eine Pause eingelegt.
Dann wurde es auch Zeit für die letzte Etappe auf dem
Hunsrückhöhenweg „H" von ca. 6 km bis Boppard.
Das letzte Highlight auf dem Wege war die Hütte auf dem
Säbelsberg mit seinem phantastischen Ausblick auf Boppard und
dieser schöne Anschnitt des Rheintals.
Bevor wir dann im Hotel Baudobriga in Boppard einkehrten, wurden
die Schuhe mit Rheinwasser gereinigt. Weil die Steine am Wasser zum
Teil sehr glitschig waren, habe ich einigen Mitwanderinnen beim
reinigen der Schuhe geholfen.
Um allen eventuell auftretenden Missverständnissen
unmissverständlich entgegen zu treten: Die Satzung im SGV wurde
nicht geändert und die Wanderführer sind nicht für die sauberen
Schuhe ihrer MitwandererInnen verantwortlich!
Nachdem wir mit der Hunsrückeisenbahn am Nachmittag wieder
Emmelshausen erreicht und die Autos bestiegen hatten, ging es
wieder zurück nach Düsseldorf.
Fazit: Es waren drei sehr schöne Touren durch den Hunsrück.
Das Wetter war wie aus dem Bilderbuch und ich war mit einer tollen
Truppe unterwegs. Eine tolle Truppe ist aus meiner Erfahrung noch
wichtiger als die Touren oder das Wetter. Die Menschen tragen den
Hauptteil dazu bei, wie wohl sich jeder einzelne auf der Tour
fühlt.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste mehrtägige Tour im
1. Halbjahr 2012 in Bollendorf.
Gelle, am scheenste isset, wennit scheen is un all mitduun!
Otto Bremm, Wanderführer im SGV, Abt. Düsseldorf